Heute schreiben wir über ein wirklich erhellendes Thema: Laternen! Eine flächendeckende Straßenbeleuchtung wurde in Paris bereits im 17. Jahrhundert eingeführt. Weitere große Städte folgten, in Frankfurt gab es 1707 die ersten fünf Öllaternen auf dem Römerberg. Im Jahr 1762 waren es bereits 1604 Laternen, die durchs ‚Laternenamt’ verwaltet und von sogenannten ‚Lampenfüllern’ bei Einbruch der Dämmerung einzeln angezündet wurden. Seitdem haben die Straßenlaternen sich weiterentwickelt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden sie zentral mit Gas versorgt, später dann elektrifiziert. Heute werden die Laternen sukzessive auf LED-Technik umgestellt, auch Neu-Isenburg modernisiert nach und nach die alte Beleuchtung.



Doch Straßenlaternen können noch mehr. Sie können ihre Leistung dimmen, wenn niemand vorbeikommt, bei Bewegungen automatisch heller werden und „mitlaufen“. Über eingebaute Sensoren können sie auch Verkehrsdaten erfassen, um Ampelsteuerungen und damit den Verkehrsfluss zu optimieren, sie können freie Parkplätze erkennen und die Info an ein Parkleitsystem weitergeben. Sie messen Umwelt- und Wetterdaten, wodurch Winterdienst und Bewässerung gezielt gesteuert werden können. Der Füllstand von Mülleimern kann erkannt und an Dienstleistungsbetriebe weitergegeben werden. Und noch vieles mehr.
Gestern hatte der Watt Club zu einem Vortrag über smarte Straßenbeleuchtung ins Cineplace eingeladen. Guido Schick, Geschäftsführer der Stadtwerke Dietzenbach, berichtete über das dort laufende Modellprojekt. Die in der Kreisstadt eingesetzten LED-Straßenlaternen sparen dort bereits rund 100.000 Euro im Jahr an Energiekosten, „smarte“ Verwendungszwecke sollen nun nach und nach erprobt werden.
Eine Stadt, die digitale Technologien und vernetzte Daten nutzt, um Infrastruktur, Verkehr und Ressourcen effizienter zu steuern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, wird als ‚Smart City‘ bezeichnet. Auch Neu-Isenburg hatte sich 2021 auf den Weg zur Smart City gemacht, eine Strategie wurde erstellt, Handlungsfelder definiert – und auch hier und da mal etwas umgesetzt wie zum Beispiel das Parken mit einer App in den städtischen Tiefgaragen, die digital gesteuerte Bewässerung bei einigen Bäumen im Birkengewann oder die Digitalisierung des Info-Turms vor der Hugenottenhalle. Inzwischen dümpelt die Smart City Strategie aber leider wieder vor sich hin, die parlamentarische Arbeitsgemeinschaft wurde auf Eis gelegt.
Der Stand, über den wir 2023 berichtet hatten, hat sich nicht nennenswert verändert:
Wir finden, die Digitalisierung in der Stadt kann viele Vorteile und Erleichterungen für die Bewohner bringen und sollte weiter vorangetrieben werden. 2024 hatten wir hier von einer Smart City Tour durch Kassel berichtet und einige spannende Anwendungsbeispiele beschrieben:
In der neuen Legislaturperiode werden wir uns dafür einsetzen, das Thema weiter voranzubringen.
Doch zurück ins Cineplace. Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Schick und eine Fragerunde nahmen wir dann an der Earth Hour teil. Seit 2007 wird jedes Jahr im März für eine Stunde das Licht ausgeschaltet, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. So saßen wir gemütlich noch beim Kerzenschein zusammen. Danke an den Watt Club für die Einladung!
Fun Fact zum Schluss: Es gibt in Frankfurt noch Gaslaternen! Bis 2025 hätten sie zurückgebaut werden sollen, doch das ist nicht gelungen. Ende 2024 waren es immer noch fast 3000. Bis 2030 sollen sie nun direkt auf LED umgestellt werden. Eine einzige Gaslaterne produziert 1,5 Tonnen CO2 im Jahr, etwa so viel wie ein Auto.
[Kati Conrad, Oliver Hatzfeld]



